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	<title>Richter 14 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Die Offene Bibel</subtitle>
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		<title>Olaf: Syntax</title>
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		<updated>2025-10-30T21:07:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Syntax&lt;/p&gt;
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(Und siehe=) Plötzlich [kam] ihm brüllend ein (Junglöwe der Löwen=) reißender Löwe &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;reißender Löwe&amp;#039;&amp;#039; - Heb. &amp;#039;&amp;#039;kepir `arajot&amp;#039;&amp;#039;, w.: „ein Junglöwe der Löwen“. Die Lösung des Rätsels in V. 18 ist &amp;#039;&amp;#039;`ari&amp;#039;&amp;#039; („Löwe“), der Sg. des Plurals &amp;#039;&amp;#039;`arajot&amp;#039;&amp;#039;, nicht &amp;#039;&amp;#039;kepir&amp;#039;&amp;#039; („Junglöwe“). Erklärungsbedürftig ist dann erstens, warum hier nicht nur vom &amp;#039;&amp;#039;`ari&amp;#039;&amp;#039; die Rede ist, und zweitens, warum der alternative Begriff &amp;#039;&amp;#039;kepir&amp;#039;&amp;#039; dann doch durch &amp;#039;&amp;#039;`arajot&amp;#039;&amp;#039; präzisiert wurde. Letzteres erklärt am besten Spronk 2019 damit, &amp;#039;&amp;#039;`arajot&amp;#039;&amp;#039; sei überflüssigerweise hinzugefügt worden, um den Zusammenhang dieses Verses mit V. 18 deutlicher zu machen. Ist das richtig, ist diese Präzisierung im Dt. unnötig und wird daher richtig von fast allen dt. Üss. ausgespart. Zur ersten Frage hat am ausführlichsten Strawn 2009 geschrieben. Er glaubt, ein &amp;#039;&amp;#039;kepir&amp;#039;&amp;#039; sein eine Bezeichnung speziell des allein umherstreifenden nomadischen Löwen, aber dagegen vgl. [[Ezechiel 19#s2 |Ez 19,2]]. Besser geht man daher mit Hope 1991 davon aus, dass „Junglöwen“ unter den Löwen die aktivsten Jäger sind, so dass man geradezu mit Hope als „Jagdlöwe“ oder „Killer-Löwe“ übersetzen könnte: Ein &amp;#039;&amp;#039;kepir&amp;#039;&amp;#039; ist &amp;#039;&amp;#039;noch&amp;#039;&amp;#039; gefährlicher als ein durchschnittlicher &amp;#039;&amp;#039;`ari&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ([kam] ihm ein brüllender Junglöwe) entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[kam] ihm brüllend ein Junglöwe ([kam] ihm ein brüllender Junglöwe) entgegen&amp;#039;&amp;#039; - die Grammatik ist des Ausdrucks hier ist etwas kompliziert; s. näher auf der der [https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Richter_14 Kommentarseite]. Entweder übersetzt man etwa „Doch da! Plötzlich kommt ihm brüllend ein Junglöwe entgegen!“ (so deutet die Grammatik z.B. LUT) oder „Plötzlich kam ihm ein brüllender Junglöwe entgegen“ (so deutet die Grammatik z.B. HfA). Die Auflösung von EÜ dagegen ist falsch: „da brüllte ihm ein junger Löwe entgegen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|5}} (Und=) Später ging[en] Simson und [auch] sein Vater und seine Mutter hinab nach Timna. Und er kam&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;er kam&amp;#039;&amp;#039; - d.h. er allein machte einen Abstecher, weshalb seine Eltern von der folgenden Begegnung auch nichts mitbekommen. LXX&amp;lt;sup&amp;gt;B&amp;lt;/sup&amp;gt;, SyH und VL verdeutlichen dies, indem sie übersetzen: „er bog ab zu den Weinbergen von Timna“. 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Besser geht man daher mit Hope 1991 davon aus, dass „Junglöwen“ unter den Löwen die aktivsten Jäger sind, so dass man geradezu mit Hope als „Jagdlöwe“ oder „Killer-Löwe“ übersetzen könnte: Ein &amp;#039;&amp;#039;kepir&amp;#039;&amp;#039; ist &amp;#039;&amp;#039;noch&amp;#039;&amp;#039; gefährlicher als ein durchschnittlicher &amp;#039;&amp;#039;`ari&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; ([kam] ihm ein brüllender Junglöwe) entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[kam] ihm brüllend ein Junglöwe ([kam] ihm ein brüllender Junglöwe) entgegen&amp;#039;&amp;#039; - die Grammatik ist des Ausdrucks hier ist etwas kompliziert; s. näher auf der der [https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Kommentar:Richter_14 Kommentarseite]. Entweder übersetzt man etwa „Doch da! Plötzlich kommt ihm brüllend ein Junglöwe entgegen!“ (so deutet die Grammatik z.B. LUT) oder „Plötzlich kam ihm ein brüllender Junglöwe entgegen“ (so deutet die Grammatik z.B. HfA). 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		<author><name>Olaf</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 2. Januar 2024 um 12:58 Uhr</title>
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		<updated>2024-01-02T12:58:37Z</updated>

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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 11. April 2023 um 13:02 Uhr</title>
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		<updated>2023-04-11T13:02:23Z</updated>

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Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;small&amp;gt;Daneben könnte außerdem schon Simsons Sieg über den Löwen ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bruch mit den Nasiräergesetzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sein (s. zu Kap. 13): Nasiräer durften nach [[Numeri 6#s6 |Num 6,6]] nicht in Kontakt mit „Leichen“ kommen. Galten (1) auch Tiere (2) schon im Moment ihres Todes als „Leichen“ (w. in Num 6,6: „tote Lebewesen“), hätte der Nasiräer Simson den Löwen illegal getötet. Beides ist aber ungewiss.&amp;lt;ref&amp;gt;Recht eigentlich ist es sogar ganz unwahrscheinlich: Im Talmud wird in b.Naz 4b abgewogen: „&amp;#039;&amp;#039;Woher wissen wir, dass Simson durch Kontakt mit Leichen verunreinigt wurde? Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 6. Januar 2023 um 09:29 Uhr</title>
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Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;small&amp;gt;Daneben könnte außerdem schon Simsons Sieg über den Löwen ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bruch mit den Nasiräergesetzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sein (s. zu Kap. 13): Nasiräer durften nach [[Numeri 6#s6 |Num 6,6]] nicht in Kontakt mit „Leichen“ kommen. Galten (1) auch Tiere (2) schon im Moment ihres Todes als „Leichen“ (w. in Num 6,6: „tote Lebewesen“), hätte der Nasiräer Simson den Löwen illegal getötet. Beides ist aber ungewiss.&amp;lt;ref&amp;gt;Recht eigentlich ist es sogar ganz unwahrscheinlich: Im Talmud wird in b.Naz 4b abgewogen: „&amp;#039;&amp;#039;Woher wissen wir, dass Simson durch Kontakt mit Leichen verunreinigt wurde? Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<title>Sebastian Walter am 6. Januar 2023 um 09:21 Uhr</title>
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Vogelstein 1894, S. 13). Simson nun vollbringt seine erste Heldentat in einem philistäischen Weingarten, dann vernichtet er in Ri 15 Getreidefelder, verschleppt in Ri 16 zu Beginn eine Toranlage, um am Ende in einer philistäischen Hauptstadt einen Tempelpalast zum Einsturz zu bringen. Nach und nach arbeitet er sich also von außen nach innen vor, und unser Kapitel schildert von dieser Progression den ersten Schritt.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Orte Ri 14.png|gerahmt|Orte in Ri 14; 16]]Noch in einem weiteren Sinn arbeitet er sich immer weiter ins Philisterreich vor: Simsons erster Ausflug geht nach Timna, gerade auf der anderen Seite des Flusses Sorek, dem Wohnort seiner zweiten großen Liebe in Ri 16, den man sich in Ri 13-16 wohl als natürliche Grenze zwischen dem Gebiet der Daniten und der Philister denken muss. Man sieht, wie nahe beieinander Eschtaol, Zora, Timna und der Fluss Sorek liegen – Simsons primäres Wirkungsgebiet ist winzig. Doch seine erste große Liebe in Ri 14 wird ihm am Ende des Kapitels Gelegenheit geben, im weit entfernte Aschkelon auf Kriegszug zu gehen, seine zweite große Liebe bringt ihn schließlich nach Gaza, die entfernteste philistäische Großstadt. Am Ende des Simson-Zyklus hat Simson so die ganze Fläche des Philisterreichs durchmessen. Auf der Karte abgebildet ist noch Hebron, wohin Simson in [[Richter 16#s1 |Ri 16,1-3]] aberwitzigerweise das Stadttor Gazas verfrachtet haben soll; zu diesem Abschnitt s. dort.&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/del&gt;Ein dritter Zug verbindet alle folgenden Geschichten: Stets ist ihr Ausgang der &#039;&#039;&#039;Umgang Simsons mit einer philistäischen Frau&#039;&#039;&#039;. Wie dies zu bewerten ist, ist nach [[Richter 3#s6 |Ri 3,6f.]], wo dies als die neue Ursünde der Israeliten identifiziert wird, ohnehin klar. Dass Simson auch noch erklärt, sie sei „recht in seinen Augen“, und damit die zweite entscheidende Sünde der Israeliten aus [[Richter 17#s6 |Ri 17,6]] und [[Richter 21#s25 |Ri 21,25]] vorwegnimmt (s. dort), unterstreicht es noch zusätzlich. Um es dann aber sogar noch offensichtlicher zu machen, stellt der Autor dem Simson-Zyklus noch &#039;&#039;&#039;Vv. 1-4&#039;&#039;&#039; als eine Art zweiten Prolog voran: In den Augen rechtschaffener Israeliten ist klar zu verurteilen, wie Simson hier jeweils handelt; von den Frauen fremder Völker – und gerade von den Frauen dieses fremdesten, unbeschnittenen Volks – hat sich ein guter Israelit gefälligst fernzuhalten. Doch &#039;&#039;&#039;V. 4&#039;&#039;&#039; verrät auch gleich, was weder Manoach noch seine Frau wissen: Dieses Handeln Simsons „kommt von Gott“. Vorausgesetzt ist offenbar, dass auch der Gott JHWH ganz selbstverständlich wie z.B. die Götter Amor oder Eros Menschen dazu bringen kann, sich in andere Menschen zu verlieben, weshalb die Liebe im Hohelied gar als „grausame Flamme JHWHs“ bezeichnet werden kann ([[Hohelied 8#s6 |Hld 8,6]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich leiteten entweder Rabbi Abahu (3.-4. Jhd. n. Chr.) oder Rabbi Aibo (4. Jhd.) aus diesem Vers (und [[Genesis 24#s50 |Gen 24,50]] und [[Sprichwörter 19#s14 |Spr 19,14]]) ab, dass &#039;&#039;Gott&#039;&#039; jedem Menschen den idealen Partner zubestimmte, s. b.B.Q. 18b; Midrasch BerR 68,3; Midrasch Teh 59,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In Ri 14 beginnt Simson seine Folge von Heldentaten, mit denen er sich &#039;&#039;&#039;Schritt für Schritt ins Zentrum des Philisterreiches&#039;&#039;&#039; vorkämpft. Altorientalische Städte hatten gelegentlich im Stadtkern einen Tempel oder einen Palast; große Orte waren von einer Mauer mit einer großen Toranlage umfriedet. Lag die Stadt im Tal (so hier: Simson „geht nach Timna &#039;&#039;hinab&#039;&#039;“), schlossen sich daran in der näheren Umgebung die Felder der Bewohner:innen an; Weingärten dagegen wurden i.d.R. auf künstlichen Terassen auf Bergen angebaut (wo Getreide nicht so gut gedieh, da es weniger natürliche Wasserläufe gab und Regenwasser zu schnell ablief, vgl. z.B. Vogelstein 1894, S. 13). Simson nun vollbringt seine erste Heldentat in einem philistäischen Weingarten, dann vernichtet er in Ri 15 Getreidefelder, verschleppt in Ri 16 zu Beginn eine Toranlage, um am Ende in einer philistäischen Hauptstadt einen Tempelpalast zum Einsturz zu bringen. Nach und nach arbeitet er sich also von außen nach innen vor, und unser Kapitel schildert von dieser Progression den ersten Schritt.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Orte Ri 14.png|gerahmt|Orte in Ri 14; 16]]Noch in einem weiteren Sinn arbeitet er sich immer weiter ins Philisterreich vor: Simsons erster Ausflug geht nach Timna, gerade auf der anderen Seite des Flusses Sorek, dem Wohnort seiner zweiten großen Liebe in Ri 16, den man sich in Ri 13-16 wohl als natürliche Grenze zwischen dem Gebiet der Daniten und der Philister denken muss. Man sieht, wie nahe beieinander Eschtaol, Zora, Timna und der Fluss Sorek liegen – Simsons primäres Wirkungsgebiet ist winzig. Doch seine erste große Liebe in Ri 14 wird ihm am Ende des Kapitels Gelegenheit geben, im weit entfernte Aschkelon auf Kriegszug zu gehen, seine zweite große Liebe bringt ihn schließlich nach Gaza, die entfernteste philistäische Großstadt. Am Ende des Simson-Zyklus hat Simson so die ganze Fläche des Philisterreichs durchmessen. Auf der Karte abgebildet ist noch Hebron, wohin Simson in [[Richter 16#s1 |Ri 16,1-3]] aberwitzigerweise das Stadttor Gazas verfrachtet haben soll; zu diesem Abschnitt s. dort.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 6. Januar 2023 um 00:00 Uhr</title>
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		<updated>2023-01-06T00:00:59Z</updated>

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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|9}} {Und} Er unterwarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vv. 8f.&amp;quot; /&amp;gt; ihn auf seine Handflächen und aß im Gehen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;tFN&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;aß im Gehen&amp;#039;&amp;#039; - W. „er ging gehen und essen“, ein sog. pleonastischer Infinitivus absolutus. Vgl. ähnlich z.B. [[Genesis 8#s3 |Gen 8,3.5.7]]; [[Genesis 12#s9 |12,9]]; [[Josua 6#s9 |Jos 6,9]] [[1 Samuel 6#s12 |1Sam 6,12]] u.ö. Übersetze am besten wie vorgeschlagen; der pleonastische Inf. abs. ist eine Eigentümlichkeit der heb. Sprache, die offenbar keine besondere Bed. hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen [etwas Honig], und sie aßen [ihn]. Aber er erzählte&amp;lt;ref name=&amp;quot;erzählen&amp;quot; /&amp;gt; ihnen nicht, dass er den Honig aus dem Körper (Kadaver) des Löwen unterworfen hatte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|9}} {Und} Er unterwarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vv. 8f.&amp;quot; /&amp;gt; ihn auf seine Handflächen und aß im Gehen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;tFN&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;aß im Gehen&amp;#039;&amp;#039; - W. „er ging gehen und essen“, ein sog. pleonastischer Infinitivus absolutus. Vgl. ähnlich z.B. [[Genesis 8#s3 |Gen 8,3.5.7]]; [[Genesis 12#s9 |12,9]]; [[Josua 6#s9 |Jos 6,9]] [[1 Samuel 6#s12 |1Sam 6,12]] u.ö. Übersetze am besten wie vorgeschlagen; der pleonastische Inf. abs. ist eine Eigentümlichkeit der heb. Sprache, die offenbar keine besondere Bed. hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen [etwas Honig], und sie aßen [ihn]. Aber er erzählte&amp;lt;ref name=&amp;quot;erzählen&amp;quot; /&amp;gt; ihnen nicht, dass er den Honig aus dem Körper (Kadaver) des Löwen unterworfen hatte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<id>https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Richter_14&amp;diff=35770&amp;oldid=prev</id>
		<title>Sebastian Walter am 5. Januar 2023 um 21:15 Uhr</title>
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Vogelstein 1894, S. 13). Simson nun vollbringt seine erste Heldentat in einem philistäischen Weingarten, dann vernichtet er in Ri 15 Getreidefelder, verschleppt in Ri 16 zu Beginn eine Toranlage, um am Ende in einer philistäischen Hauptstadt einen Tempelpalast zum Einsturz zu bringen. Nach und nach arbeitet er sich also von außen nach innen vor, und unser Kapitel schildert von dieser Progression den ersten Schritt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zweiter &lt;/del&gt;Zug verbindet alle folgenden Geschichten: Stets ist ihr Ausgang der &#039;&#039;&#039;Umgang Simsons mit einer philistäischen Frau&#039;&#039;&#039;. Wie dies zu bewerten ist, ist nach [[Richter 3#s6 |Ri 3,6f.]], wo dies als die neue Ursünde der Israeliten identifiziert wird, ohnehin klar. Dass Simson auch noch erklärt, sie sei „recht in seinen Augen“, und damit die zweite entscheidende Sünde der Israeliten aus [[Richter 17#s6 |Ri 17,6]] und [[Richter 21#s25 |Ri 21,25]] vorwegnimmt (s. dort), unterstreicht es noch zusätzlich. Um es dann aber sogar noch offensichtlicher zu machen, stellt der Autor dem Simson-Zyklus noch &#039;&#039;&#039;Vv. 1-4&#039;&#039;&#039; als eine Art zweiten Prolog voran: In den Augen rechtschaffener Israeliten ist klar zu verurteilen, wie Simson hier jeweils handelt; von den Frauen fremder Völker – und gerade von den Frauen dieses fremdesten, unbeschnittenen Volks – hat sich ein guter Israelit gefälligst fernzuhalten. Doch &#039;&#039;&#039;V. 4&#039;&#039;&#039; verrät auch gleich, was weder Manoach noch seine Frau wissen: Dieses Handeln Simsons „kommt von Gott“. Vorausgesetzt ist offenbar, dass auch der Gott JHWH ganz selbstverständlich wie z.B. die Götter Amor oder Eros Menschen dazu bringen kann, sich in andere Menschen zu verlieben, weshalb die Liebe im Hohelied gar als „grausame Flamme JHWHs“ bezeichnet werden kann ([[Hohelied 8#s6 |Hld 8,6]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich leiteten entweder Rabbi Abahu (3.-4. Jhd. n. Chr.) oder Rabbi Aibo (4. Jhd.) aus diesem Vers (und [[Genesis 24#s50 |Gen 24,50]] und [[Sprichwörter 19#s14 |Spr 19,14]]) ab, dass &#039;&#039;Gott&#039;&#039; jedem Menschen den idealen Partner zubestimmte, s. b.B.Q. 18b; Midrasch BerR 68,3; Midrasch Teh 59,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In Ri 14 beginnt Simson seine Folge von Heldentaten, mit denen er sich &#039;&#039;&#039;Schritt für Schritt ins Zentrum des Philisterreiches&#039;&#039;&#039; vorkämpft. Altorientalische Städte hatten gelegentlich im Stadtkern einen Tempel oder einen Palast; große Orte waren von einer Mauer mit einer großen Toranlage umfriedet. Lag die Stadt im Tal (so hier: Simson „geht nach Timna &#039;&#039;hinab&#039;&#039;“), schlossen sich daran in der näheren Umgebung die Felder der Bewohner:innen an; Weingärten dagegen wurden i.d.R. auf künstlichen Terassen auf Bergen angebaut (wo Getreide nicht so gut gedieh, da es weniger natürliche Wasserläufe gab und Regenwasser zu schnell ablief, vgl. z.B. Vogelstein 1894, S. 13). Simson nun vollbringt seine erste Heldentat in einem philistäischen Weingarten, dann vernichtet er in Ri 15 Getreidefelder, verschleppt in Ri 16 zu Beginn eine Toranlage, um am Ende in einer philistäischen Hauptstadt einen Tempelpalast zum Einsturz zu bringen. Nach und nach arbeitet er sich also von außen nach innen vor, und unser Kapitel schildert von dieser Progression den ersten Schritt&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Orte Ri 14.png|gerahmt|Orte in Ri 14; 16]]Noch in einem weiteren Sinn arbeitet er sich immer weiter ins Philisterreich vor: Simsons erster Ausflug geht nach Timna, gerade auf der anderen Seite des Flusses Sorek, dem Wohnort seiner zweiten großen Liebe in Ri 16, den man sich in Ri 13-16 wohl als natürliche Grenze zwischen dem Gebiet der Daniten und der Philister denken muss. Man sieht, wie nahe beieinander Eschtaol, Zora, Timna und der Fluss Sorek liegen – Simsons primäres Wirkungsgebiet ist winzig. Doch seine erste große Liebe in Ri 14 wird ihm am Ende des Kapitels Gelegenheit geben, im weit entfernte Aschkelon auf Kriegszug zu gehen, seine zweite große Liebe bringt ihn schließlich nach Gaza, die entfernteste philistäische Großstadt. Am Ende des Simson-Zyklus hat Simson so die ganze Fläche des Philisterreichs durchmessen. Auf der Karte abgebildet ist noch Hebron, wohin Simson in [[Richter 16#s1 |Ri 16,1-3]] aberwitzigerweise das Stadttor Gazas verfrachtet haben soll; zu diesem Abschnitt s. dort&lt;/ins&gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;dritter &lt;/ins&gt;Zug verbindet alle folgenden Geschichten: Stets ist ihr Ausgang der &#039;&#039;&#039;Umgang Simsons mit einer philistäischen Frau&#039;&#039;&#039;. Wie dies zu bewerten ist, ist nach [[Richter 3#s6 |Ri 3,6f.]], wo dies als die neue Ursünde der Israeliten identifiziert wird, ohnehin klar. Dass Simson auch noch erklärt, sie sei „recht in seinen Augen“, und damit die zweite entscheidende Sünde der Israeliten aus [[Richter 17#s6 |Ri 17,6]] und [[Richter 21#s25 |Ri 21,25]] vorwegnimmt (s. dort), unterstreicht es noch zusätzlich. Um es dann aber sogar noch offensichtlicher zu machen, stellt der Autor dem Simson-Zyklus noch &#039;&#039;&#039;Vv. 1-4&#039;&#039;&#039; als eine Art zweiten Prolog voran: In den Augen rechtschaffener Israeliten ist klar zu verurteilen, wie Simson hier jeweils handelt; von den Frauen fremder Völker – und gerade von den Frauen dieses fremdesten, unbeschnittenen Volks – hat sich ein guter Israelit gefälligst fernzuhalten. Doch &#039;&#039;&#039;V. 4&#039;&#039;&#039; verrät auch gleich, was weder Manoach noch seine Frau wissen: Dieses Handeln Simsons „kommt von Gott“. Vorausgesetzt ist offenbar, dass auch der Gott JHWH ganz selbstverständlich wie z.B. die Götter Amor oder Eros Menschen dazu bringen kann, sich in andere Menschen zu verlieben, weshalb die Liebe im Hohelied gar als „grausame Flamme JHWHs“ bezeichnet werden kann ([[Hohelied 8#s6 |Hld 8,6]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich leiteten entweder Rabbi Abahu (3.-4. Jhd. n. Chr.) oder Rabbi Aibo (4. Jhd.) aus diesem Vers (und [[Genesis 24#s50 |Gen 24,50]] und [[Sprichwörter 19#s14 |Spr 19,14]]) ab, dass &#039;&#039;Gott&#039;&#039; jedem Menschen den idealen Partner zubestimmte, s. b.B.Q. 18b; Midrasch BerR 68,3; Midrasch Teh 59,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 2. Januar 2023 um 19:37 Uhr</title>
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(3) Seit Moore 1900, S. 14.54 denken daher einige (z.B. noch BHQ *91), vorausgesetzt werde hier und andernorts tatsächlich der Name &#039;&#039;Timnat&#039;&#039;, die kanaanäische Variante von &#039;&#039;Timnah&#039;&#039;, und dieser sei von den Masoreten und den alten Übersetzern nur falsch als &#039;&#039;Timnata&#039;&#039; vokalisiert worden; (4) andere (z.B. [https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/pageview/1094427 HKL III 269a-b]) denken ähnlich, diese Formen auf &#039;&#039;-tah&#039;&#039; seien die korrekte Entsprechung dieser kanaanäischen Variante.&amp;lt;br /&amp;gt;Wie auch immer; interessanter sind ihr Name und ihre Geschichte: &#039;&#039;Timnah&#039;&#039; und &#039;&#039;Timnat&#039;&#039; bedeuten „Los, Anteil“ und bezeichnen die Landstücke, die den Israeliten bei der Landvergabe zugeteilt wurden. Ebenso wie der Name &#039;&#039;Manoach&#039;&#039; („Heimstatt“) in Kapitel 13 unterstreicht also hier der Name gerade dieser Stadt die missliche Lage der Daniten, &#039;&#039;keine&#039;&#039; Heimstatt zu haben, weil sie sich den ihnen zugelosten Anteil nicht aneignen konnten (s. [[Richter 1#s35 |Ri 1,35]]). Dazu, dies zu unterstreichen, eignete sich die Stadt Timnah auch wegen ihrer Geschichte besonders gut: Timnah lag an der Grenze Israels. Laut [[Josua 19#s43 |Jos 19,43]] gehörte sie zum „Anteil“ des Stammes Dan; unser Kapitel setzt aber voraus, dass die Stadt noch unter philistäischer Herrschaft stand. Es ist sogar wahrscheinlich, dass der Stamm Dan Timnah &#039;&#039;nie&#039;&#039; erobern konnte, denn wie die Städte in Ri 13 wurde auch Timnah später von den Judäern erobert, nachdem Dan in den Norden weitergezogen war. Und gerade in diese Stadt will nun Simson einheiraten und gerade diese Stadt wird er im nächsten Kapitel angreifen.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah eine Frau in Timna unter den Töchtern der Philister.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{S|1}} {Und} Simson ging hinab nach Timna (Timnat, Timnata)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Timna (Timnat, Timnata)&#039;&#039; - der heutige Tell el-Bataschi, vier Meilen nordwestlich von Beth-Schemesch.&amp;lt;br /&amp;gt;Der heb. Name ist unklar. (1) Die Bezeichnung „Timnäer“ z.B. in [[Richter 15#s6 |Ri 15,6]] für die Stadtbewohner legt eigentlich nahe, dass die Stadt &#039;&#039;Timna&#039;&#039; hieß, wie sie z.B. in [[Josua 15#s10 |Jos 15,10]] auch wirklich genannt wird. (2) Nach der Form hier, die z.B. auch LXX und VUL bezeugen, müsste man dagegen meinen, dass ihr Name &#039;&#039;Timnata&#039;&#039; war. (3) Seit Moore 1900, S. 14.54 denken daher einige (z.B. noch BHQ *91), vorausgesetzt werde hier und andernorts tatsächlich der Name &#039;&#039;Timnat&#039;&#039;, die kanaanäische Variante von &#039;&#039;Timnah&#039;&#039;, und dieser sei von den Masoreten und den alten Übersetzern nur falsch als &#039;&#039;Timnata&#039;&#039; vokalisiert worden; (4) andere (z.B. [https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/pageview/1094427 HKL III 269a-b]) denken ähnlich, diese Formen auf &#039;&#039;-tah&#039;&#039; seien die korrekte Entsprechung dieser kanaanäischen Variante.&amp;lt;br /&amp;gt;Wie auch immer; interessanter sind ihr Name und ihre Geschichte: &#039;&#039;Timnah&#039;&#039; und &#039;&#039;Timnat&#039;&#039; bedeuten „Los, Anteil“ und bezeichnen die Landstücke, die den Israeliten bei der Landvergabe zugeteilt wurden. Ebenso wie der Name &#039;&#039;Manoach&#039;&#039; („Heimstatt“) in Kapitel 13 unterstreicht also hier der Name gerade dieser Stadt die missliche Lage der Daniten, &#039;&#039;keine&#039;&#039; Heimstatt zu haben, weil sie sich den ihnen zugelosten Anteil nicht aneignen konnten (s. [[Richter 1#s35 |Ri 1,35]]). Dazu, dies zu unterstreichen, eignete sich die Stadt Timnah auch wegen ihrer Geschichte besonders gut: Timnah lag an der Grenze Israels. Laut [[Josua 19#s43 |Jos 19,43]] gehörte sie zum „Anteil“ des Stammes Dan; unser Kapitel setzt aber voraus, dass die Stadt noch unter philistäischer Herrschaft stand. Es ist sogar wahrscheinlich, dass der Stamm Dan Timnah &#039;&#039;nie&#039;&#039; erobern konnte, denn wie die Städte in Ri 13 wurde auch Timnah später von den Judäern erobert, nachdem Dan in den Norden weitergezogen war. Und gerade in diese Stadt will nun Simson einheiraten und gerade diese Stadt wird er im nächsten Kapitel angreifen.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sah eine Frau in Timna unter den &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(&lt;/ins&gt;Töchtern der Philister&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;=) Philisterinnen&lt;/ins&gt;.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 2. Januar 2023 um 18:25 Uhr</title>
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Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;small&amp;gt;Daneben könnte außerdem schon Simsons Sieg über den Löwen ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bruch mit den Nasiräergesetzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sein (s. zu Kap. 13): Nasiräer durften nach [[Numeri 6#s6 |Num 6,6]] nicht in Kontakt mit „Leichen“ kommen. Galten (1) auch Tiere (2) schon im Moment ihres Todes als „Leichen“ (w. in Num 6,6: „tote Lebewesen“), hätte der Nasiräer Simson den Löwen illegal getötet. Beides ist aber ungewiss.&amp;lt;ref&amp;gt;Recht eigentlich ist es sogar ganz unwahrscheinlich: Im Talmud wird in b.Naz 4b abgewogen: „&amp;#039;&amp;#039;Woher wissen wir, dass Simson durch Kontakt mit Leichen verunreinigt wurde? Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Aber dass Simson selbst Alkohol trank, wird ja nicht einmal gesagt; wenn überhaupt, ist dies also ein Nebenthema. Hauptthema des Abschnitts ist dagegen klar das Rätsel, das Simson nach &#039;&#039;&#039;Vv. 12-13&#039;&#039;&#039; seinen 30 philistäischen Trauzeugen aufgeben will. Wahrscheinlich muss man &#039;&#039;&#039;Vv. 14-18&#039;&#039;&#039; zunächst so verstehen: Wider Erwarten stellt Simson &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;kein &lt;/del&gt;gewöhnliches Rätsel, sondern ein sogenanntes „Vexierrätsel“, das die Philister unmöglich erraten können, weil die Antwort voraussetzt, dass man um Simsons Erlebnis mit dem Löwen (s. Vv. 5f.) und dem Honig (s. Vv. 7-9) weiß. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Das &lt;/del&gt;ist nicht „anständig“, aber regelkonform bei einem Rätselwettstreit. Dass die Philister dann Simsons Frau dazu bringen, ihm die Lösung zu entlocken, ist ebenfalls nicht anständig, aber ebenso regelkonform (s. dazu näher auf der [https://offene-bibel.de/wiki/Kommentar:Richter_14 Kommentarseite], wo außerdem eine Reihe weiterer Ausdeutungen des Rätselabschnitts gesammelt wurden).&amp;lt;br /&amp;gt;Wichtiger ist dann aber, was &#039;&#039;im Zuge&#039;&#039; des Rätselwettstreits geschieht: Simson bricht entscheidend mit einer Reihe weisheitlicher Empfehlungen aus dem altorientalischen Kulturraum, wie sie kürzlich stark Sasson 2021 zusammengetragen hat, und verstößt damit das erste Mal gegen das &#039;&#039;&#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gebot &lt;/del&gt;der &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Verschwiegenheit&lt;/del&gt;&#039;&#039;&#039;:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Mit &#039;&#039;&#039;V. 10&#039;&#039;&#039; dann beginnt der längste Unter-Abschnitt von Ri 14: Wie dies für altorientalische Hochzeiten noch häufiger belegt ist, begibt sich Simson ins Haus des Brautvaters, um dort bei einem siebentägigen Fest seine Verlobte zu heiraten. Dieses „Fest“ ist wörtlich ein „Trinkgelage“; nach Simsons Kontakt mit der Löwenleiche und vor allem seinem Essen des Aas-Honigs folgt hier also gleich die nächste Gelegenheit, bei der man mindestens mithören könnte, dass Simsons Handeln nicht dem eines idealen Nasiräers entspricht, für den ja Alkohol verboten war. Aber dass Simson selbst Alkohol trank, wird ja nicht einmal gesagt; wenn überhaupt, ist dies also ein Nebenthema. Hauptthema des Abschnitts ist dagegen klar das Rätsel, das Simson nach &#039;&#039;&#039;Vv. 12-13&#039;&#039;&#039; seinen 30 philistäischen Trauzeugen aufgeben will. Wahrscheinlich muss man &#039;&#039;&#039;Vv. 14-18&#039;&#039;&#039; zunächst so verstehen: &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Dass Simson überhaupt ein &#039;&#039;Rätsel&#039;&#039; erzählt, passt zum Geheimhaltungsmotiv in Ri 13-14. &lt;/ins&gt;Wider Erwarten stellt Simson &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;aber nicht einmal ein &lt;/ins&gt;gewöhnliches Rätsel, sondern ein sogenanntes „Vexierrätsel“, das die Philister unmöglich erraten können, weil die Antwort voraussetzt, dass man um Simsons Erlebnis mit dem Löwen (s. Vv. 5f.) und dem Honig (s. Vv. 7-9) weiß&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;; Simson erweist sich also geradezu als Meister der Geheimhaltung&lt;/ins&gt;. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Dass er zu einem Vexierrätsel greift, &lt;/ins&gt;ist nicht „anständig“, aber regelkonform bei einem Rätselwettstreit. Dass die Philister dann Simsons Frau dazu bringen, ihm die Lösung zu entlocken, ist ebenfalls nicht anständig, aber ebenso regelkonform (s. dazu näher auf der [https://offene-bibel.de/wiki/Kommentar:Richter_14 Kommentarseite], wo außerdem eine Reihe weiterer Ausdeutungen des Rätselabschnitts gesammelt wurden).&amp;lt;br /&amp;gt;Wichtiger ist dann aber, was &#039;&#039;im Zuge&#039;&#039; des Rätselwettstreits geschieht: Simson bricht entscheidend mit einer Reihe weisheitlicher Empfehlungen aus dem altorientalischen Kulturraum, wie sie kürzlich stark Sasson 2021 zusammengetragen hat, und verstößt damit das erste Mal gegen das &#039;&#039;&#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Ideal &lt;/ins&gt;der &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Geheimniskrämerei&lt;/ins&gt;&#039;&#039;&#039;:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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		<title>Sebastian Walter am 1. Januar 2023 um 20:25 Uhr</title>
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		<updated>2023-01-01T20:25:01Z</updated>

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Simson nun vollbringt seine erste Heldentat in einem philistäischen Weingarten, dann vernichtet er in Ri 15 Getreidefelder, verschleppt in Ri 16 zu Beginn eine Toranlage, um am Ende in einer philistäischen Hauptstadt einen Tempelpalast zum Einsturz zu bringen. Nach und nach arbeitet er sich also von außen nach innen vor, und unser Kapitel schildert von dieser Progression den ersten Schritt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein zweiter Zug verbindet alle folgenden Geschichten: Stets ist ihr Ausgang der Umgang Simsons mit einer philistäischen Frau. Wie dies zu bewerten ist, ist nach [[Richter 3#s6 |Ri 3,6f.]] ohnehin klar. Dass Simson auch noch erklärt, sie sei „recht in seinen Augen“, und damit die zweite entscheidende Sünde der Israeliten aus [[Richter 17#s6 |Ri 17,6]] und [[Richter 21#s25 |Ri 21,25]] vorwegnimmt, unterstreicht es noch zusätzlich. Um es dann aber sogar noch offensichtlicher zu machen, stellt der Autor dem Simson-Zyklus noch &#039;&#039;&#039;Vv. 1-4&#039;&#039;&#039; als eine Art zweiten Prolog voran: In den Augen rechtschaffener Israeliten ist klar zu verurteilen, wie Simson hier jeweils handelt; von den Frauen fremder Völker – und gerade von den Frauen dieses fremdesten, unbeschnittenen Volks – hat sich ein guter Israelit gefälligst fernzuhalten. Doch &#039;&#039;&#039;V. 4&#039;&#039;&#039; verrät auch gleich, was weder Manoach noch seine Frau wissen: Dieses Handeln Simsons „kommt von Gott“. Vorausgesetzt ist offenbar, dass auch der Gott JHWH ganz selbstverständlich wie z.B. die Götter Amor oder Eros Menschen dazu bringen kann, sich in andere Menschen zu verlieben, weshalb die Liebe im Hohelied gar als „grausame Flamme JHWHs“ bezeichnet werden kann ([[Hohelied 8#s6 |Hld 8,6]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich leiteten entweder Rabbi Abahu (3.-4. Jhd. n. Chr.) oder Rabbi Aibo (4. Jhd.) aus diesem Vers (und [[Genesis 24#s50 |Gen 24,50]] und [[Sprichwörter 19#s14 |Spr 19,14]]) ab, dass &#039;&#039;Gott&#039;&#039; jedem Menschen den idealen Partner zubestimmte, s. b.B.Q. 18b; Midrasch BerR 68,3; Midrasch Teh 59,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In Ri 14 beginnt Simson seine Folge von Heldentaten, mit denen er sich &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;Schritt für Schritt ins Zentrum des Philisterreiches&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&#039; &lt;/ins&gt;vorkämpft. Altorientalische Städte hatten gelegentlich im Stadtkern einen Tempel oder einen Palast; große Orte waren von einer Mauer mit einer großen Toranlage umfriedet. Lag die Stadt im Tal (so hier: Simson „geht nach Timna &#039;&#039;hinab&#039;&#039;“), schlossen sich daran in der näheren Umgebung die Felder der Bewohner:innen an; Weingärten dagegen wurden i.d.R. auf künstlichen Terassen auf Bergen angebaut (wo Getreide nicht so gut gedieh, da es weniger natürliche Wasserläufe gab und Regenwasser zu schnell ablief, vgl. z.B. Vogelstein 1894, S. 13). Simson nun vollbringt seine erste Heldentat in einem philistäischen Weingarten, dann vernichtet er in Ri 15 Getreidefelder, verschleppt in Ri 16 zu Beginn eine Toranlage, um am Ende in einer philistäischen Hauptstadt einen Tempelpalast zum Einsturz zu bringen. Nach und nach arbeitet er sich also von außen nach innen vor, und unser Kapitel schildert von dieser Progression den ersten Schritt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ein zweiter Zug verbindet alle folgenden Geschichten: Stets ist ihr Ausgang der &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;Umgang Simsons mit einer philistäischen Frau&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;. Wie dies zu bewerten ist, ist nach [[Richter 3#s6 |Ri 3,6f.]]&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, wo dies als die neue Ursünde der Israeliten identifiziert wird, &lt;/ins&gt;ohnehin klar. Dass Simson auch noch erklärt, sie sei „recht in seinen Augen“, und damit die zweite entscheidende Sünde der Israeliten aus [[Richter 17#s6 |Ri 17,6]] und [[Richter 21#s25 |Ri 21,25]] vorwegnimmt &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;(s. dort)&lt;/ins&gt;, unterstreicht es noch zusätzlich. Um es dann aber sogar noch offensichtlicher zu machen, stellt der Autor dem Simson-Zyklus noch &#039;&#039;&#039;Vv. 1-4&#039;&#039;&#039; als eine Art zweiten Prolog voran: In den Augen rechtschaffener Israeliten ist klar zu verurteilen, wie Simson hier jeweils handelt; von den Frauen fremder Völker – und gerade von den Frauen dieses fremdesten, unbeschnittenen Volks – hat sich ein guter Israelit gefälligst fernzuhalten. Doch &#039;&#039;&#039;V. 4&#039;&#039;&#039; verrät auch gleich, was weder Manoach noch seine Frau wissen: Dieses Handeln Simsons „kommt von Gott“. Vorausgesetzt ist offenbar, dass auch der Gott JHWH ganz selbstverständlich wie z.B. die Götter Amor oder Eros Menschen dazu bringen kann, sich in andere Menschen zu verlieben, weshalb die Liebe im Hohelied gar als „grausame Flamme JHWHs“ bezeichnet werden kann ([[Hohelied 8#s6 |Hld 8,6]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich leiteten entweder Rabbi Abahu (3.-4. Jhd. n. Chr.) oder Rabbi Aibo (4. Jhd.) aus diesem Vers (und [[Genesis 24#s50 |Gen 24,50]] und [[Sprichwörter 19#s14 |Spr 19,14]]) ab, dass &#039;&#039;Gott&#039;&#039; jedem Menschen den idealen Partner zubestimmte, s. b.B.Q. 18b; Midrasch BerR 68,3; Midrasch Teh 59,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;small&amp;gt;Daneben könnte außerdem schon Simsons Sieg über den Löwen ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bruch mit den Nasiräergesetzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sein (s. zu Kap. 13): Nasiräer durften nach [[Numeri 6#s6 |Num 6,6]] nicht in Kontakt mit „Leichen“ kommen. Galten (1) auch Tiere (2) schon im Moment ihres Todes als „Leichen“ (w. in Num 6,6: „tote Lebewesen“), hätte der Nasiräer Simson den Löwen illegal getötet. Beides ist aber ungewiss.&amp;lt;ref&amp;gt;Recht eigentlich ist es sogar ganz unwahrscheinlich: Im Talmud wird in b.Naz 4b abgewogen: „&amp;#039;&amp;#039;Woher wissen wir, dass Simson durch Kontakt mit Leichen verunreinigt wurde? Daher, dass es heißt: ‚Mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug ich 1000 Mann‘ etwa? [Nein:] Vielleicht hat er [schließlich] damit nach ihnen geworfen und so so nicht berührt.&amp;#039;&amp;#039;“ Heißt: Im Talmud gilt selbst der Kieferknochen des Esels nicht als „Leichen-Teil“; umso weniger dann der Löwe, bei dem dies im Talmud ja nicht einmal erwogen wird. Menschen aber galten in der Tat schon im Moment ihres Todes als „Leichen“, weshalb eben mit dem Eselskiefer geworfen werden muss.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwas wahrscheinlicher sind dann die Geschehnisse aus Vv. 7-9 ein Bruch mit jüdischen Geboten: Da Bienen ihre Waben im Körper des Löwen gebaut und sogar bereits Nektar gesammelt haben, ist dieser schon seit längerem tot und damit „Aas“, und auch dann, wenn auch „Aas“ nicht als „Leiche“ galt, stand das Essen von Aas-Honig gewiss mindestens im Widerspruch zu den allgemeinen jüdischen Reinheitsgeboten und damit umso mehr mit den noch schärferen nasiräischen (s. z.B. [[Levitikus 11#s24 |Lev 11,24f.]]).&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bienen im Körper des Löwen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind nicht verwunderlich. In griechischen antiken Texten gibt es einige parallele Stellen: Herodot berichtet in Hist 5.114, Bienen hätten ihre Waben im Schädel des getöteten Onesilus gebaut. Noch relevanter ist die sog. „Bugonie“ (s. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bugonie Wikipedia]), ein breit bezeugter Volksglaube, nach dem Bienen aus den Kadavern von Tieren entstanden (s. z.B. Vergil, Georg. IV 555-558; Philo, SpecLeg I 291; weitere Stellen z.B. bei [https://books.google.de/books?id=n5hTAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA391#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Merx 1887, Sp. 391f.]), wie man ähnlich noch in der frühen Neuzeit z.B. glaubte, Mäuse entstünden aus Schimmel. Wurzel dieses Volksglaubens war wahrscheinlich eine Verwechselung der Honigbiene mit der häufig Kadaver umschwirrenden Mistbiene (vgl. z.B. Osten-Sacken 1894; Engels 2008, S. 26f.). Aber so und so; jedenfalls ist gut erklärlich, wie in einem antiken Text dergleichen berichtet werden konnte.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Hauptthema des Abschnitts ist &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;aber &lt;/del&gt;klar das Rätsel, das Simson nach &#039;&#039;&#039;Vv. 12-13&#039;&#039;&#039; seinen 30 philistäischen Trauzeugen aufgeben will. Wahrscheinlich muss man &#039;&#039;&#039;Vv. 14-18&#039;&#039;&#039; zunächst so verstehen: Wider Erwarten stellt Simson kein gewöhnliches Rätsel, sondern ein sogenanntes „Vexierrätsel“, das die Philister unmöglich erraten können, weil die Antwort voraussetzt, dass man um Simsons Erlebnis mit dem Löwen (s. Vv. 5f.) und dem Honig (s. Vv. 7-9) weiß. Das ist nicht „anständig“, aber regelkonform bei einem Rätselwettstreit. Dass die Philister dann Simsons Frau dazu bringen, ihm die Lösung zu entlocken, ist ebenfalls nicht anständig, aber ebenso regelkonform (s. dazu näher auf der [https://offene-bibel.de/wiki/Kommentar:Richter_14 Kommentarseite], wo außerdem eine Reihe weiterer Ausdeutungen des Rätselabschnitts gesammelt wurden).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Aber&lt;/del&gt;: &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Ist es auch regelkonform, widerspricht Simsons Handeln &lt;/del&gt;einer Reihe weisheitlicher Empfehlungen aus dem altorientalischen Kulturraum, wie sie kürzlich stark Sasson 2021 zusammengetragen hat:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Mit &#039;&#039;&#039;V. 10&#039;&#039;&#039; dann beginnt der längste Unter-Abschnitt von Ri 14: Wie dies für altorientalische Hochzeiten noch häufiger belegt ist, begibt sich Simson ins Haus des Brautvaters, um dort bei einem siebentägigen Fest seine Verlobte zu heiraten. Dieses „Fest“ ist wörtlich ein „Trinkgelage“; nach Simsons Kontakt mit der Löwenleiche und vor allem seinem Essen des Aas-Honigs folgt hier also gleich die nächste Gelegenheit, bei der man mindestens mithören könnte, dass Simsons Handeln nicht dem eines idealen Nasiräers entspricht, für den ja Alkohol verboten war&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Aber dass Simson selbst Alkohol trank, wird ja nicht einmal gesagt; wenn überhaupt, ist dies also ein Nebenthema&lt;/ins&gt;. Hauptthema des Abschnitts ist &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;dagegen &lt;/ins&gt;klar das Rätsel, das Simson nach &#039;&#039;&#039;Vv. 12-13&#039;&#039;&#039; seinen 30 philistäischen Trauzeugen aufgeben will. Wahrscheinlich muss man &#039;&#039;&#039;Vv. 14-18&#039;&#039;&#039; zunächst so verstehen: Wider Erwarten stellt Simson kein gewöhnliches Rätsel, sondern ein sogenanntes „Vexierrätsel“, das die Philister unmöglich erraten können, weil die Antwort voraussetzt, dass man um Simsons Erlebnis mit dem Löwen (s. Vv. 5f.) und dem Honig (s. Vv. 7-9) weiß. Das ist nicht „anständig“, aber regelkonform bei einem Rätselwettstreit. Dass die Philister dann Simsons Frau dazu bringen, ihm die Lösung zu entlocken, ist ebenfalls nicht anständig, aber ebenso regelkonform (s. dazu näher auf der [https://offene-bibel.de/wiki/Kommentar:Richter_14 Kommentarseite], wo außerdem eine Reihe weiterer Ausdeutungen des Rätselabschnitts gesammelt wurden).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Wichtiger ist dann aber, was &#039;&#039;im Zuge&#039;&#039; des Rätselwettstreits geschieht&lt;/ins&gt;: &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Simson bricht entscheidend mit &lt;/ins&gt;einer Reihe weisheitlicher Empfehlungen aus dem altorientalischen Kulturraum, wie sie kürzlich stark Sasson 2021 zusammengetragen hat&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, und verstößt damit das erste Mal gegen das &#039;&#039;&#039;Gebot der Verschwiegenheit&#039;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dass Frauen die Geheimnisse ihrer Geliebten und Ehemänner weiterzuerzählen pflegen, war in der altorientalischen Weisheitslehre also ein Gemeinplatz. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Unter ihrer Oberfläche dient die Simsonerzählung gewiss &lt;/del&gt;auch &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;unter anderem dazu&lt;/del&gt;, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;dies ebenfalls &lt;/del&gt;zu &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;veranschaulichen: &lt;/del&gt;In unserem Kapitel erzählt zunächst Simson etwas Kleines wie die Lösung eines Rätsels an seine Verlobte weiter&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;, und &lt;/del&gt;das ganze 15. Kapitel wird darlegen, wie selbst dieser kleine Fehler sich nach und nach zu einem totalen Krieg zwischen Simson, den Philistern und den Judäern entfaltet. &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Doch hiernach &lt;/del&gt;erweist sich &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Simson &lt;/del&gt;selbst als „schwach und von kleinem Geist“: &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Im 16. Kapitel &lt;/del&gt;wird er diesen Fehler &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;gleich vier Mal &lt;/del&gt;wiederholen, was dann &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;am Ende &lt;/del&gt;zu seinem Tod &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;führt&lt;/del&gt;.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dass Frauen die Geheimnisse ihrer Geliebten und Ehemänner weiterzuerzählen pflegen, war in der altorientalischen Weisheitslehre also ein Gemeinplatz. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Sehr unerwartet in dieser Heldenerzählung erweist sich nun dies &lt;/ins&gt;auch &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;hier als das nach Ri 13 mit Ri 14 und Ri 16 zentrale Thema des Simson-Zyklus: Dass es &#039;&#039;&#039;Verderben bringt&lt;/ins&gt;, &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;wenn man seiner Geliebten oder Ehefrau seine Geheimnisse „erzählt“&#039;&#039;&#039; (so das Leitwort unseres Kapitels), anstatt sich wie der Gottesbote in Ri 13 unzugänglich &lt;/ins&gt;zu &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;zeigen. &lt;/ins&gt;In unserem Kapitel erzählt zunächst Simson etwas &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;denkbar &lt;/ins&gt;Kleines wie die Lösung eines Rätsels an seine Verlobte weiter&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. Doch &lt;/ins&gt;das ganze 15. Kapitel wird &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;gleich &lt;/ins&gt;darlegen, wie selbst dieser kleine Fehler sich nach und nach zu einem totalen Krieg zwischen Simson, den Philistern und den Judäern entfaltet. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Simson jedoch wird dadurch nicht etwa klüger, sondern &lt;/ins&gt;erweist sich &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;in Kapitel 16 &lt;/ins&gt;selbst als „schwach und von kleinem Geist“: &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gleich vier Mal &lt;/ins&gt;wird er &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;dort &lt;/ins&gt;diesen Fehler wiederholen, was dann &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;letztendlich gar &lt;/ins&gt;zu seinem Tod &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;führen wird&lt;/ins&gt;.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die erste Folge davon, dass Simson sich nicht an die zitierten Empfehlungen gehalten hat, schildert direkt &#039;&#039;&#039;V. 19&#039;&#039;&#039;, wo von Simsons erstem Kriegszug berichtet wird: Um seinen Wetteinsatz zu organisieren, zieht er ins 40 km entfernte Aschkelon, erschlägt dort einfach so 30 Mann und gibt deren Rüstungen an seine Brautführer weiter. Dieser Halbvers allerdings wurde vermutlich erst später zum Text hinzugefügt; ursprünglich dürfte die erste Folge vielmehr die nun folgende gewesen sein: Simson ist ob der Unanständigkeit der Philister so erbost, dass er just vor Vollzug der Ehe dieselbe absagt und sich wieder nach Hause begibt. Die nächste Folge schildert &#039;&#039;&#039;V. 20&#039;&#039;&#039;, der eigentlich bereits Einleitung von Kapitel 15 ist: Der Brautvater gibt nun Simsons Braut weiter an dessen Trauzeugen. Früher hat man häufiger angenommen, dass der Vater &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;hier also &lt;/del&gt;Simsons Ehe bricht: Die Ehe habe tatsächlich bereits Bestand gehabt, gleichwohl sie noch nicht vollzogen worden war, und der Brautvater hätte mit dieser zweiten Verheiratung also unrechtmäßig gehandelt. Das ist wahrscheinlich auch richtig; vgl. v.a. [[Richter 15#s6 |Ri 15,6]]. Alternativ kann man die rechtlichen Hintergründe mit van Selms 1950; Galpaz-Feller 2006, S. 124f. und Groß 2009 auch so verstehen: In mehreren altorientalischen Gesetzeswerken gab es das spezielle Verbot, bei einer abgebrochenen Hochzeit dürfe eine Braut einzig mit dem Trauzeugen &#039;&#039;nicht&#039;&#039; verheiratet werden. Vgl. z.B. im Gesetzescodex Lipit-Ishtar, §29: &#039;&#039;Wenn ein (zukünftiger) Schwiegersohn bereits in das Haus seines Schwiegevaters eingetreten ist und die Brautgabe erbracht hat, man ihn danach aber wieder hinausschickt und seine (zukünftige) Ehefrau einem seiner befreundeten Altersgenossen [=einem der Brautführer] [geben will], wird man die Brautgabe, die er gebracht hat, ihm doppelt zurückgeben; diese seine (zukünftige) Ehefrau wird der [eine] befreundete Altersgenosse [=der Trauzeuge] nicht heiraten.&#039;&#039; (TUAT I/1, S. 29). Was von beidem hier auch der Fall ist, jedenfalls handelt der Brautvater mit der Weiterverheiratung von Samsons Verlobter unrechtmäßig – weshalb sich in Kapitel 15 dann die Situation noch weiter aufschaukelt. Womit Gott sein Ziel erreicht hat: Mit Ri 14,20 hat Simson endgültig einen sogar außerordentlich guten Anlass, um gegen die Philister vorzugehen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die erste Folge davon, dass Simson sich nicht an die zitierten Empfehlungen gehalten hat, schildert &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;vielleicht &lt;/ins&gt;direkt &#039;&#039;&#039;V. 19&#039;&#039;&#039;, wo von Simsons erstem Kriegszug berichtet wird: Um seinen Wetteinsatz zu organisieren, zieht er ins 40 km entfernte Aschkelon, erschlägt dort einfach so 30 Mann und gibt deren Rüstungen an seine Brautführer weiter. Dieser Halbvers allerdings wurde vermutlich erst später zum Text hinzugefügt; ursprünglich dürfte die erste Folge vielmehr die nun folgende gewesen sein: Simson ist ob der Unanständigkeit der Philister &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;und dem Verhalten seiner Verlobten &lt;/ins&gt;so erbost, dass er just vor Vollzug der Ehe dieselbe absagt und sich wieder nach Hause begibt. Die nächste Folge schildert &#039;&#039;&#039;V. 20&#039;&#039;&#039;, der eigentlich bereits Einleitung von Kapitel 15 ist: Der Brautvater gibt nun Simsons Braut weiter an dessen Trauzeugen. &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Das wird dann Anlass sein für alle weiteren Entwicklungen im folgenden Kapitel.&lt;/ins&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-side-deleted&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-side-deleted&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;lt;small&amp;gt;&lt;/ins&gt;Früher hat man häufiger angenommen, dass der Vater &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;durch diese Tat &#039;&#039;&#039;rechtlich &lt;/ins&gt;Simsons Ehe bricht&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;: Die Ehe habe tatsächlich bereits Bestand gehabt, gleichwohl sie noch nicht vollzogen worden war, und der Brautvater hätte mit dieser zweiten Verheiratung also unrechtmäßig gehandelt. Das ist wahrscheinlich auch richtig; vgl. v.a. [[Richter 15#s6 |Ri 15,6]]. Alternativ kann man die rechtlichen Hintergründe mit van Selms 1950; Galpaz-Feller 2006, S. 124f. und Groß 2009 auch so verstehen: In mehreren altorientalischen Gesetzeswerken gab es das spezielle Verbot, bei einer abgebrochenen Hochzeit dürfe eine Braut einzig mit dem Trauzeugen &#039;&#039;nicht&#039;&#039; verheiratet werden. Vgl. z.B. im Gesetzescodex Lipit-Ishtar, §29: &#039;&#039;Wenn ein (zukünftiger) Schwiegersohn bereits in das Haus seines Schwiegevaters eingetreten ist und die Brautgabe erbracht hat, man ihn danach aber wieder hinausschickt und seine (zukünftige) Ehefrau einem seiner befreundeten Altersgenossen [=einem der Brautführer] [geben will], wird man die Brautgabe, die er gebracht hat, ihm doppelt zurückgeben; diese seine (zukünftige) Ehefrau wird der [eine] befreundete Altersgenosse [=der Trauzeuge] nicht heiraten.&#039;&#039; (TUAT I/1, S. 29). Was von beidem hier auch der Fall ist, jedenfalls handelt der Brautvater mit der Weiterverheiratung von Samsons Verlobter unrechtmäßig – weshalb sich in Kapitel 15 dann die Situation noch weiter aufschaukelt. Womit Gott sein Ziel erreicht hat: Mit Ri 14,20 hat Simson endgültig einen sogar außerordentlich guten Anlass, um gegen die Philister vorzugehen.&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/ins&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;{{Kapitelseite Fuß}}&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Sebastian Walter</name></author>
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